Möller und klassische Musik auf der Internationalen Tourismusmesse Berlin

Eine Riesenüberraschung: Der Polnische Fremdenverkehrsverband in Berlin hatte uns zu einem Konzert eingeladen, das im Rahmen der Internationalen Tourismusmesse am Freitagabend in Berlin stattfand. Im ersten Teil des Konzerts dominierte Klassik: Das Stettiner Symphonieorchester spielte Stücke von Kilar, Moniuszko und Beethoven. Begleitet wurde das Orchester am Klavier von dem berühmten polnischen Pianisten Piotr Paleczny. Er spielte göttlich, ging völlig in der Musik auf – wenn auch der Tastenanschlag bei Beethovens Adagio deutlich hörbar den Chopin-Meister verriet.

Im Zuschauerraum saßen einige prominente Gäste wie der polnische Botschafter und ein Sejm-Abgeordneter. Doch wäre es keine echte polnische Veranstaltung gewesen, wenn es dort nur bierernst-hochoffiziell zugegangen wäre. Dafür sorgte in erster Linie der deutsche Kabarettist Steffen Möller, den zwar in Deutschland kaum jemand kennt, der aber in Polen eine erstaunliche Fernsehkarriere gemacht hat. In einer Seifenoper spielt er bereits seit Jahren einen vom Pech verfolgten deutschen Kartoffelbauer irgendwo im polnischen Nirgendwo. In seinen Comedy-Sendungen reibt er den Polen regelmäßig ihre Marotten unter die Nase und hat – trotzdem oder vielleicht auch deswegen – mittlerweile eine zahlreiche Fangemeinde. (Er selbst behauptet seufzend, er sterbe in Polen den Umarmungstod.)

Am Freitagabend moderierte er das Konzert mit professioneller Leichtigkeit, blödelte ein wenig in gewohnter Manier und kokettierte mit seiner (vermeintlichen) Unbeholfenheit in der polnischen Sprache. (Möller lebt seit 12 Jahren in Warschau, und man wünschte nicht wenigen polnischen Muttersprachlern, die polnische Sprache so gut zu beherrschen wie er.)

Im zweiten Teil des Konzerts machte sich die „polnische Partylaune“ (Originalzitat Möller) so richtig breit: Die Jazz-Sängerin Joanna Szczepanska (hochschwanger übrigens!) fegte mit ihrer kraftvollen Stimme das Publikum beinahe von den Sitzen.
Ein rundum gelungener Abend!

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