So ein Kaktus hat es gut

Kaktus
Kaktusblüte. Riccardo Franke / pixelio.de

Heute bekam ich von meinem Mann einen Kaktus geschenkt. Mein Mann weiß genau, dass ich Kakteen nicht ausstehen kann. Bisher habe ich alle mehr oder weniger gut gemeinten Geschenke dieser Art konsequent eingehen lassen. Sie meinen, dass man einen Kaktus nicht kaputt bekommt? Ich habe es bisher immer geschafft. Mit Beharrlichkeit, Aufmerksamkeitsentzug und dauernassen Füßen. Kakteenfüßen – versteht sich.

Mein neuer Zimmergenosse igelt sich vorerst gemütlich auf der Fensterbank in seiner floralen Unwissenheit ein. So ein Kaktus hat es eigentlich gut. Was jucken ihn schon Bahnstreiks, steigende Energiekosten oder knappe Abgabetermine. Gleichmütig schaut er sich die Welt von seiner Fensterbank aus an. Will ihm jemand an die Stacheln, belehrt er ihn schnell eines Besseren. Wie man ihn auch dreht und wendet: Die Perspektive bleibt ihm egal.

Dieses Exemplar ist ein außergewöhnlich widerborstiges Mistvieh. Unverschämt kokettiert es mit einer einzigen, winzigen Knospe. Anscheinend will mich diese hinterhältige Kreatur auf die sanfte Tour betören und verspricht schon bald ein blühendes Wunderwerk zu werden.

Als ob ich diese Taktik nicht durchschauen würde. (bw)

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