31. Juli 2008 – Mit Tempo 50 nach Sandomierz

Rathaus Sandomierz
Das Rathaus in Sandomierz. Foto: Frank Hilbert

Vor kurzem erzählte mir ein Freund, der EU-Projekte betreut, dass die Lubliner Region zwar strukturschwach und damit wie geschaffen für die Vergabe von EU-Fördergelder sei. Aber dieser Teil Polens gehöre trotzdem zu den Regionen mit der geringsten Förderquote. Förderanträge würden nicht oder nicht richtig gestellt. Das komplizierte Verfahren erfordere eben Profis mit viel Erfahrung beim Durchqueren des Antragsdschungels. Dabei hätten die Straßen in und um Lublin herum den einen oder anderen Euro aus Brüssel für ihre Sanierung dringend nötig. Das zeigte erst heute wieder eine Fahrt mit dem Auto von Lublin nach Sandomierz.

Tiefe Schlaglöcher und Spurrinnen

Knapp 100 Kilometer liegt die Renaissancestadt Sandomierz von Lublin, der Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft, entfernt. In Zeit ausgedrückt sind das 1,5 Stunden. Das dachte ich zumindest. Aus der Fahrt wurde eine kleine Weltreise. Tiefe Schlaglöcher und Spurrinnen begleiteten uns fast auf der gesamten Strecke. Außerhalb von Ortschaften war teilweise nur Tempo 50 möglich. Wäre ich schneller gefahren, hätte ich wohl ausgeschlagene Radlager an meinem Wagen riskiert.

Nach über zwei Stunden kam ich mit Barbara völlig genervt am Ziel an. Entschädigt für die strapaziöse Reise hat uns der Aufenthalt in Sandomierz mit seiner malerischen Altstadt. Besichtigt haben wir das Rathaus mit seinem achteckigen Turm, wir sind zusammen mit Touristen aus Holland und Frankreich auf das Opatower Turm im Norden der Altstadt geklettert und haben das Panorama der Stadt genossen. Wir haben an einer Führung durch das unterirdische Labyrinth von Kellergewölben teilgenommen. Im Dom konnten wir den Altar mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert nicht bewundern, weil er gerade restauriert wird, und für eine Besichtigung des Bischofspalastes hat die Zeit nicht mehr gereicht. Diese ist sowieso schnell verflogen.

Nach sieben Stunden in Sandomierz traten wir mit dem Auto die Heimreise an. 2,5 Stunden sind wir über löchrige Straßen gehubbelt und völlig genervt in Lublin angekommen. (fh)

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