Routen zu Schauplätzen der Ostfront in Polen

Festung Boyen
In der Festung Boyen, die besichtigt werden kann. Foto: Frank Hilbert

Weltkriegs. Polen existierte zu dieser Zeit nicht als Staat, doch auf dem Territorium der heutigen Republik Polen fanden zahlreiche große Schlachten statt. Auf einer neuen Themenroute können historisch interessierte Besucher im nächsten Jahr dem Verlauf der einstigen Ostfront folgen.

Im Jahr 2014 erinnert man in ganz Europa an den Beginn des Ersten

Die Touristenroute soll rechtzeitig zum Sommer 2014 fertiggestellt sein und die tragische Geschichte auch für künftige Generationen nachvollziehbar machen Das Projekt „Szlak Wschodniego Frontu I Wojny Światowej“ führt durch die acht zentral- und ostpolnischen Woiwodschaften Warmińsko-Mazurskie (Ermland-Masuren), Podlaskie (Podlachien), Mazowieckie (Masowien), Łódzkie (Lodsche Land), Świętokrzyskie (Heiligkreuz), Lubelskie (Lubliner Land), Małopolskie (Kleinpolen) und Podkarpackie (Karpatenvorland).

Weit gediehen sind die Abschnitte in den Woiwodschaften Małopolska und Podkarpackie. Wo 1914 die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und dem Russischen Reich verlief, fanden Hunderttausende Soldaten aus unterschiedlichen Ländern Europas ihre letzt Ruhe. Die Soldatenfriedhöfe zählen zu den interessantesten Kulturdenkmälern dieser Zeit Rund 50 Kriegsschauplätze, Soldatenfriedhöfe sowie andere bedeutende Orte wurden in Kleinpolen (Małopolska) bereits kartografiert und mit Informationstafeln in polnischer, englischer undeutscher Sprache versehen. Zentraler Punkt ist die Erinnerung an die Schlacht von Gorlice-Tarnów. Dort brachte das Heer der Mittelmächte im Mai 1915 die russische Offensiv im Südosten erstmals zum Erliegen und dem Krieg damit seine erste Wende.

Dokumentarfilm zur Ostfrontroute

Im Karpatenvorland wurden insgesamt 40 Orte für die Trasse ausgewählt. Neben zahlreichen kleinen Soldatenfriedhöfen, Kasernen und Denkmälern gehören auch die Festungsbauten von Jarosław, Chodaczów und Przemyśl zu den Sehenswürdigkeiten der Strecke Besonders interessant ist das Bauwerk in Chodaczów. Es stellt eines von zwei noch erhaltenen Bahnwärterhäusern Galiziens dar, die jeweils zur Verteidigung eines Brückenköpfe befestigt und mit Gefechtsständen ausgerüstet worden waren. Über den Verlauf der Ostfrontroute im Karpatenvorland sowie historische Hintergründe informiert eine umfangreiche Internetseite. Das Portal ist auch in deutscher Sprache erreichbar und bietet außerdem Fotomaterialien sowie einen einstündigen Dokumentarfilm zur Ostfrontroute und der Kriegshandlungen mit deutschen Untertiteln.

Festung Boyen

Eines der wichtigsten strategischen Ziele der russischen Armee war das damals zum Deutschen Reich gehörende Ostpreußen. Gleich zu Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen startete die zaristische Generalität eine Offensive von Nordosten und Süden kommend. Während der sogenannten Schlacht bei Tannenberg, die Ende August 1914 in der Nähe von Hohenstein, dem heutigen Olsztynek, geführt wurde, sowie in der Schlacht an den Masurischen Seen im September 1914 schlug die deutsche Armee die russischen Truppen. Neben den Schlachtfeldern ist die historische Feste Boye in Giżycko (Lötzen) einer der zentralen Punkte der Ostfrontroute in Masuren. Das Bau werk wurde 1843-1855 an einer strategischen Landenge zwischen Mauersee und Löwentinsee errichtet und stellt den zentralen Punkt der Verteidigungslinie entlang der Masurischen Seen dar. Ungefähr 4.000 Soldaten verteidigten die Festung erfolgreich gegen die vor rückenden russischen Truppen. Darüber hinaus befand sich dort eine wichtige Brieftaubenstation. Die Vögel wurden zur militärischen Nachrichtenübermittlung eingesetzt.

Am Ende des I. Weltkrieges ist Polen wieder unabhängig

Das Ende des 1. Weltkriegs bedeutete einen Neuanfang für Polen als eigenständigen Staat. Doch nur 20 Jahre später wurde Polen erneut aufgeteilt, diesmal zwischen der Sowjetunion und Nazideutschland. Auch an den 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges erinnert man sich 2014 in Polen. Zum 70. Mal jährt sich nächstes Jahr zudem der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee, der am 1. August 1944 begann. Erinnert wird 2014 zudem an zwei weitere bedeutende Jahrestage. Vor 25 Jahren, am 4. Juni 1989, fanden die ersten freien Wahlen im Polen der Nachkriegszeit statt. Vor zehn Jahren, am 1. Mai 2004, wurde das Land Mitglied der Europäischen Union. 

www.pierwszawojna.podkarpackie.pl

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