Rettet das Rospuda-Tal!

Trotz heftigster Proteste zahlreicher polnischer und ausländischer Naturschützverbände, Naturfreunde und trotz (umwelt-) rechtlicher Einwände der Europäischen Kommission gab der polnische Umweltminister Jan Szyszko am 4. Februar 2007 grünes Licht für den Bau der Autobahn Via Baltica – mitten durch die Urwälder von Augustów und einen Nationalpark im Nordosten Polens.

Die sog. „Bialystok-Variante“ der von dem polnischen Umweltminister genehmigten Autobahn wird das Naturschutzgebiet „Dolina Rospudy“ (Rospuda-Tal) bei Augustów und den Biebrza-Nationalpark durchschneiden. Dem sensiblen und einmaligen Ökosystem des Sumpfgebietes im Rospuda-Tal, das sich malerisch an den sich mehrere Kilometer lang schlängelnden, naturbelassenen Fluss Rospuda schmiegt, mit dem vermutlich einzigen unberührten Niedermoor westlich des Urals, droht eine Umweltkatastrophe. 20.000 Bäume sollen hier gefällt werden, für eine 500 Meter lange Rampenbrücke müssen massive Stahlbetonpfeiler in die (uralten) Torfschichten gerammt werden. Der Lebensraum bedrohter Pflanzen und Tiere wie Wölfe, Luchse und zahlreiche seltene Vogelarten wird unwiderbringlich vernichtet.

Naturschutzverbände schlugen eine alternative Strecke für den Verlauf der neuen Autobahn vor (über Łomża, streckenweise fast deckungsgleich mit der schon vorhandenen Schnellstraße Nr. 61), die kein Naturschutzgebiet durchschneiden und obendrein noch ca. 40 km kürzer wäre als die kontroverse Variante. Der Vorschlag wurde von dem polnischen Umweltminister abgelehnt. (fh)

8 Gedanken zu „Rettet das Rospuda-Tal!“

  1. In Polen gibt es noch in Europa einzigartige,faszinierende „Naturjuwelen“.
    Ich hoffe auch für zukünftige Generationen auf deren Erhalt.

    Da ich selbst seit Jahren Fördermitglied für polnische Wolfsschutzprojekte bin,
    verfolge ich mit Begeisterung die dortigen Naturschutzaktivitäten.

    Bleibt zu hoffen,daß die Vernunft siegt und Alternativen für „notwendige“
    geplante Autobahntrassen gefunden werden.

  2. Letzten Sommer war ich im Rospuda-Tal und habe eine so schoene Lanschaft gesehen. Die Luft ist dort so sauber, wie ich sie nie zuvor erlebt habe. Der Wald, die Baeume und der Flusslauf der Rospuda sind einfach herrlich. Die Nachrichten von letzter Zeit haben mich ganz schoen erschrocken. Ich hoffe, wir koennen der EU- Kommission schreiben, dass wir alle gegen dieses Projekt sind und vielleicht sogar Augustow und Suwalki zu Protesten auffordern. Man kann die Schnellstrasse einfach ein Paar Kilometer nach Westen verlegen, dann wird das Rospuda- Tal gerettet.

  3. Hoffe die Straße kann noch gestoppt werden !
    Wie kann man noch helfen ?
    Ist schon erschreckend wie gleichgültig die Menschen und Politik mit den letzten kleinen Naturoasen Europas umgehen.

  4. Habe heute abend in den Nachrichten (ARTE) von dem Umwelt- und politischen Skandal um das Raspuda-Tal gehört. Habe mich daraufhin per „Google“ weiter orientiert. Schreibe jetzt eine Notiz zum Thema in der (schwedischen) Umweltzeitung „Miljömagasinet“ – erscheint wöchentlich, politisch etc. unabhängig -, für die ich arbeite. Eine Protestaktion können wir hier in Schweden nicht inszenieren, aber auf jeden Fall muss diese haarstreubende Geschichte verbreitet werden! – Nieszczesliwa Polska!
    Freundliche Grüsse aus Schweden
    Susanne Gerstenberg

  5. Aufmerksam geworden durch eine Nachrichten-Sendung im Fernsehen protestiere ich gegen den Bau der Autobahn durch das Rospuda-Tal und unterstütze die alternative Streckenführung.

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