Preußische Treuhand verklagt Polen auf Entschädigung

Die Vertriebenen-Organisation Preußische Treuhand hat Polen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg auf Entschädigung verklagt. Das Ziel der Preußischen Treuhand, die bereits im Jahr 2000 gegründet wurde, ist es, Eigemtumsansprüche in den ehemaligen deutschen Ostgebieten durchzusetzen. Die in der Organisation vereinten deutschen Vertriebenen sehen sich als Opfer der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgten Grenzverschiebung.
Die Klage löste in Polen heftige Proteste aus. Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski sprach gar von einer „Bedrohung für die deutsch-polnischen Beziehungen.“ Nun fordert die Polnische Treuhand, welche die Interessen von Polen vertritt, die im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung ihr Eigentum verloren haben, eine Neuverhandlung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags.
Die deutsche Regierung distanziert sich nachdrücklich von den Aktivitäten der Preußischen Truhand, kann jedoch keine Privatklagen der Vertriebenen verbieten.

Ein Gedanke zu „Preußische Treuhand verklagt Polen auf Entschädigung“

  1. Die unerfreuliche politische Situation zwischen Deutschland und Polen und dazu einige sehr private Gedanken: Es ist sehr schade, dass sich die Zusammenarbeit zwischen unserem und Ihrem Land so negativ entwickelt hat, zumal von unserer Seite über viele Jahre der Beitritt Polens zur EG massiv unterstützt wurde. Da wäre auch m. E. etwas mehr Freundlichkeit angebracht, auch innerhalb der EU. Es gibt Themen, die sicherlich in Ihrem Land überbewertet werden, und sei es nur aus innepolitischem Intersesse, woran die zwei Herren Kaczynski ein gerüttelt Maß an Beitrag geleistet haben.

    Eine Frau Steinbach hat im Prinzip keine Basis, die demokratisch Einfluß nehmen könnte. Auch die sog. „Preußische Treuhand“ ist vernachlässigbar. Es gibt ganz eindeutige Aussagen unserer Regierungen, dass gegenüber Polen keine Wiedergutmachungsansprüche unterstützt werden. Wenn es die Preußische Treuhand doch versucht, so ist das ein legitimes Unterfangen in einem demokratischen Rechtsstaat, den Deutsachland darstellt. Der Wunsch wir m. E. unerfüllt bleiben; deshalb sollte er eigentlich von Ihrer Seite auch total ignoriert werden. Das öffentliche Handeln mit diesem Thema schafft der Preußischen Treuhand nur eine prächtige Plattform; und lenkt ggf. in Polen gewollt von wichtigeren innenpolitischen Fragen ab.

    Auch die Frau Steinbach ist eine winzig kleine Figur in unserem Land, sie und ihre Anhänger werden sich biologisch bedingt bis zur Bedeutungslosigkeit reduzieren. Auch hier verschafft Polen mit zuviel Aufmerksamkeit eine willkommene Plattform. Wir in Deutschalnd wissen sehr genau, dass viele Ihrer Landsleute von Ihrem Brudervolk nach Westen vertrieben wurden. Und wo sollten diese Menschen auch hin? So hat eine Vertreibung eine andere ausgelöst, wie ein Dominoeffekt. Auch ich zähle zu den sog. Vertriebenen (aus dem Sudetenland), habe aber überhaupt keinen Antrieb, mich in irgendeiner Organisation für eine Wiedergutmachung oder Entschädigung zu betätigen.

    Anders sehe ich die Differenzen beim Thema Ostseepipeline und UAS-Raketen. Ihr Land beschwert sich, dass es bei der Ostseepipeline nicht einbezogen wurde. Warum auch? Je weniger Staaten wegen einer Durchleitung gefragt werden müssen, umso weniger Probleme gibt es ( in der EU hat sich Ihr Land oft als Quertreiber gezeigt) und umso weniger Staaten können den Hahn nach eigenem Gutdünken abdrehen. Hat Polen uns in Deutschland oder der EU bei dem Thema USA-Raketen gefragt? Offensichtlich nein. So ist das nun: Einmal fragen Sie nicht und einmal fragen die Anderen nicht.

    Ich wünsche mir, dass sich Ihr Land nun mit Herrn Tusk zu einem etwas freundlicherem und für die Gesamtheit Europas verläßlicherem Partner entwickelt. Unser Land hat den 2.Weltkrieg mit dem Einmarsch in Ihrem Land verursacht. Wir haben in vielfältiger Weise Wiedergutmachung, sofern die überhaupt möglich ist, geleistet. Meine Generation, die Nachkriegsgeneration sieht aber auch ein Ende der immmerwährenden Vorwürfe in dieser Sache als notwendig an. Die Geschichtsbücher werden ein Vergessen verhindern, wir aber sollten uns nach vorne wenden. Wir gestalten gerne heute Europas Zukunft mit dem Wissen um das Gestern. Und dazu gehört aber nicht das Aufzählen von Kriegstoten, kriegerisch aufgemachte Zeitungsseiten und Ansprüche an Wiedergutmachung.

    Mit freundlichen Grüßen Wolf Zimmermann

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