25 Jahre Polnisches Theater in Kiel

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Tadeusz Galia

Seit 25 Jahren ist das Polnische Theater Kiel ein markanter Farbtupfer der Kieler Kulturszene. Am 21. April 1983 führte eine Gruppe polnischer Schauspieler, die aus politischen Gründen Polen verlassen hatte, auf der Bühne eines Kieler Veranstaltungszentrums ihr erstes Stück auf. Trotz spärlicher Finanzen und geringer staatlicher Zuschüsse zog das Ensemble um den Schauspieler und Regisseur Tadeusz Galia bereits drei Jahre später in ein eigenes Haus in der Düppelstraße um. Im Laufe der Jahre verschob sich aufgrund der veränderten politischen Lage in Osteuropa der Schwerpunkt des Theaters von osteuropäischen Werken zu Stücken über Themen, die unsere Gesellschaft aktuell bewegen.

Weder das unermüdliche Engagement des kleinen Ensembles noch das runde Jubiläum können über die schwerwiegenden Probleme des Theaters hinwegtäuschen. Die Einnahmen und Zuschüsse reichen bei weitem nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Schauspieler, die hervorragende künstlerische Arbeit für eine beschämend niedrige Gage leisten, kämpfen tagtäglich – und das seit 25 Jahren – beharrlich um das Überleben des kleinen Theaters. Für eine so wohlhabende Stadt wie Kiel eigentlich ein Armutszeugnis! Damit meine ich nicht die (angeblich notorisch klammen) öffentlichen Kassen, sondern den einen oder anderen potentiellen privaten Mäzen. (Düsternbrook mit seinen Luxusvillen ist nur wenige Fußminuten vom Polnischen Theater entfernt.) Für die Kulturlandschaft und das Image unserer Stadt wäre es ein unwiederbringlicher Verlust, wenn das Theater schließen müsste.(fh)

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