Polen gegen Streubomben-Verbot

Keine Streubombe, aber eine Bombe für einen F-16 Kampfjet.

„Wstyd!“ – Schande!, las man am Mittwoch auf der Titelseite der „Trybuna“, einer der größten überregionalen Tageszeitungen in Polen. Als eines von wenigen Ländern verweigerte Polen seine Unterschrift unter der Konvention zum Verbot der Herstellung und Anwendung von Streubomben. Die Konvention wurde am 3. Dezember in Oslo von über 100 Staaten unterzeichnet.

Die Gründe für die Verweigerung der polnischen Unterschrift sind vielfältig. Zum einen möchte Polen an der Produktion und am Export von Streubomben mitverdienen. Zum anderen bemüht sich Polen zurzeit um den Vorsitz in der NATO (Als Kandidaten für den Posten des NATO-Generalsekräters werden der jetzige polnische Außenminister Radosław Sikorski und der frühere polnische Präsident Aleksander Kwaśniewski gehandelt.) und möchte es sich mit den USA, die in der Streumunition „militärischen Nutzen“ sehen, nicht verscherzen. Ein weiteres Argument sind die Nachbarn (sprich: Russland), die die Produktion und die Anwendung der Streubomben weiterhin befürworten.

Als verharmlosendes Beispiel dafür, dass Streumunition gar nicht so gefährlich sei, führt der polnische Außenminister Radosław Sikorski seine eigenen Erlebnisse aus der Zeit als britischer Kriegsberichtserstatter in Afghanistan an. Er habe seinerzeit mehere Angriffe mit Streubomben er- und überlebt. Alles halb so schlimm gewesen.

Na, dann gute Nacht, ihr lieben Kinderlein! (bw)

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