Massengrab von 1945 in Malbork entdeckt

Schloss Marienburg
Bekannt ist Marienburg durch die gleichnamige Ordensburg, in der der Hochmeister des Deutschen Ordens residierte. 1945 tobten um die Stadt und die Burg erbitterte Kämpfe, bei denen große Teile der Stadt und der Burg zerstört worden sind. Spuren der Zerstörung sind heute noch sichtbar.

Bei Bauarbeiten im Zentrum von Malbork (Marienburg) wurde im vergangenen Jahr ein Massengrab mit Gebeinen von 1.800 Toten entdeckt. Ein Teil der Skelette weist Schussverletzungen auf. Die Toten sind offensichtlich unbekleidet, ohne Dokumente und Schmuck begraben worden.Diese Tatsachen lassen Spekulationen über die Todesumstände und die Identität der im Massengrab verscharrten Menschen freien Raum. Da Marienburg (bekannt durch die gleichnamige Ordensburg) bis 1945 vorwiegend von Deutschen bewohnt war, wird angenommen, dass es sich bei den Toten um von Rotarmisten getötete deutsche Zivilisten handelt. Es kursieren aber auch Gerüchte, dass die Toten polnische oder russiche Zwangsarbeiter sein könnten.

Identität der Toten klären

Obwohl die Information über die grausige Fundstätte von der polnischen Presse bereits im Oktober 2008 bekannt gegeben wurde, wird der Fall erst in diesen Tagen von deutschen Medien publik gemacht. Mit Hilfe einer offiziellen Vermisstenliste versucht man jetzt, die Identität der Toten zu klären. Die Vermisstenliste wurde 1960 von der offiziellen Meldestelle in Lübeck erstellt und bis heute im Archiv aufbewahrt. Sie weist Namen von 1840 Vermissten aus Marienburg auf – was in etwa der Zahl der gefundenen Skelette entspricht. (bw)

Informationen über die Geschichte der Marienburg und Fotos

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