Kunst oder Bestialität

Die Welt ist bekanntlich bunt und die Menschen kommen auf die erstaunlichsten Ideen. Manchmal jedoch – wie in dem nachfolgend geschilderten Fall – fehlen selbst mir, einem für gewöhnlich eher toleranten Menschen, die Worte. 

Im August dieses Jahres kaufte der Costaricaner Guillermo Vargas Kindern aus einem Armenviertel des nicaraguanischen Managua einen kranken, abgemagerten Straßenhund ab. Anschließend ließ er ihn im Rahmen einer Kunstaktion in der städtischen Galerie anketten. Der Hund bekam weder Wasser noch Nahrung und verhungerte innerhalb vor zwei Tagen vor den Augen der Ausstellungsbesucher.

Mit seiner Aktion wollte der selbsternannte Künstler aus Costarica ein Zeichen setzen und auf die Heuchelei der Menschen hinweisen. Nach seinen eigenen Aussagen kümmere niemanden das Schicksal eines Hundes, der auf der Straße sterbe. Erst wenn der Hund in einer Galerie zum Kunstobjekt werde, errege er die Aufmerksamkeit der Menschen.

Ein Recht der Kunst ist es, kontrovers und nicht immer ästhetisch zu sein. Fäkalien in Einmachgläsern von Josef Beuys oder menschliche Genitalien an einem Kreuz von Dorota Nieznalska sind zugegeben nicht jedermanns Sache. Und doch was dem Einen Geschmack- oder Pietätlosigkeit ist, ist dem Anderen Freiheit der künstlerischen Ausdrucksform. In beiden Fällen erreicht die Kunst ein gemeinsames Ziel: Sie bringt den Betrachter dazu, sich mit dem betrachteten Objekt auseinanderzusetzen, animiert zum Nachdenken.

Das tut der verhungerte Hund eigentlich auch. Hund tot, Aufschrei groß, Ziel erreicht – um vereinfacht der Logik Vargas zu folgern. Ein Mensch, der ein wehrloses Lebewesen zu Tode quält, weil er zum Nachdenken anregen möchte. Menschen, die dem Leid des Tieres tagelang tatenlos zuschauen – weil sie es für ein interessantes Happening, eine gelungene künstlerische Provokation halten. Der hungernde Hund als Kunstobjekt. Ist das Kunst? Wohl eher Bestialität ohnegleichen. (bw)

2 Gedanken zu „Kunst oder Bestialität“

  1. Mir fehlen echt die Worte zu solch einem Verbrechenl!! Wie gnaden-und herzlos können Menschen sein??? Wie kann man einem Lebenwesen ganz bewußt solche Qualen zufügen? Es ist wirklich schade, daß niemand den Hund befreit hat aus seinem Elend. Der sogenannte Künstler gehört meiner Meinung nach bestraft. Und seine Ausrede: Ich wollte auf die Gedankenlosigkeit der Menschen aufmerksam machen. Wen interessiert das??? Er hat ein LEBEWESEN , daß Schmerz, Hunger und Durst empfindet und sterben kann, GETÖTET!!!!!! Und das BEWUSST. Der Typ ist für mich ein […] und ein […]!!

    Anmerkung der Redaktion: Ein Teil des letzten Satzes, der Beleidigungen enthielt, musste entfernt werden.

  2. Dies ist aktive Tierquälerei! Ein geeignetes „Kunstobjekt“ zur Darstellung menschlicher Bestialität wäre der ebenso angekettete Künstler! 3 Tage ohne Wasser!

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