Krummhübel (Karpacz) – Suche nach einem Hotel

Heute früh um 10 Uhr starten wir mit dem Auto von Kiel aus in Richtung Krummhübel (Karpacz) im Riesengebirge. Nach sieben Stunden, 700 km und drei Pausen erreichen wir Karpacz. Es ist Vorsaison. Deshalb sollte es nicht lange dauern, bis wir ein Zimmer in einer Pension oder einem Hotel finden. Pustekuchen. Es dauert doch länger, als wir gedacht haben. Zurzeit sind zwar kaum Touristen im Riesengebirge und viele Zimmer stehen leer. Aber in Polen sind der 1. Mai und der 3. Mai (Verfassungstag) Feiertage. In der kommenden Woche sind deshalb die Zimmer alle ausgebucht. In den meisten Hotels und Pensionen könnten wir bis zum 30. April bleiben. Danach müssten wir uns eine neue Bleibe suchen. Darauf haben wir natürlich keine Lust. Wir suchen also weiter. Überall werden wir freundlich begrüßt: „Ein Zimmer für zwei Personen, kein Problem… Ach, bis zum 4. Mai? Dann muss ich erst einmal in den Computer schauen, ob wir noch ein Zimmer für zwei Wochen haben. Leider nicht.“

Hotel des polnischen Außenministeriums

Zwei Stunden dauert die Suche nach einer Unterkunft. Wir wollen schon fast aufgeben, als wir beschließen, es noch einmal zu versuchen. Diesmal in einem Hotel im oberen Teil von Karpacz, das nur wenige Minuten von der evangelischen Kirche Wang entfernt ist. Wir haben Glück. Ein Zimmer ist noch für zwei Wochen frei, weil Gäste das Zimmer gebucht und dann die Anzahlung nicht geleistet haben. Das Hotel heißt Sadyba. Die Einrichtung des Hotels stammt noch aus sozialistischen Zeiten. Unser Zimmer hat einen Parkettboden, Holzmöbel und die Wände sind mit Holz getäfelt. Es ist gemütlich. Die Möbel sind mit den Buchstaben OW MSZ markiert. Die Abkürzung bedeutet Osrodek Wypoczynkowy Ministerstwa Spraw Zagranicych. Das Hotel scheint dem polnischen Außenministerium zu gehören. Nicht schlecht. Auch sonst nicht. Aus dem Fenster haben wir einen herrlichen Blick ins Tal und über einen Teil von Karpacz. Frühstück und Abendbrot sind im Preis inbegriffen. Der lang ersehnte Urlaub kann beginnen. (Text und Foto: Hilbert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*