Horst Köhler zu Besuch in seinem Geburtsort

Vor 68 Jahren wurde Bundespräsident a. D. Horst Köhler in Skierbiszów bei Zamość geboren. Seine Familie stammte aus dem rumänischen Bessarabien. Im Jahr 1940 wurden seine Eltern im Zuge des Ribbentr

Zamość
Rathaus und Armenische Häuser in Zamość. Foto: Frank Hilbert

opp-Molotow-Pakts aus Bessarabien, das der Sowjetunion einverleibt worden war, in das von den Deutschen besetzte Ostpolen umgesiedelt. In Skierbiszów, von den Deutschen in Heidenstein umbenannt, wurden die Köhlers in das Haus einer polnischen Familie einquartiert, die zuvor von ihrem Hof vertrieben worden war. Im Jahr 1944 floh die Familie Köhler zusammen mit dem damals einjährigen Horst in den Westen.

Heute besucht der Bundespräsident a. D. zu ersten Mal seit der Flucht im Jahr 1944 seinen Geburtsort wieder. Köhler ist in Polen sehr beliebt. Bereits in seiner Amtszeit als Präsident betonte er immer wieder, dass er in Skierbiszów und nicht in Heidenstein auf die Welt gekommen ist. Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass die während des Zweiten Weltkriegs in der Umgebung von Zamość durchgeführte Aussiedlung der polnischen Bevölkerung und die anschließende Ansiedlung von Deutschen Unrecht am polnischen Volk gewesen war. Mit dieser Einstellung setzte er sich auch bewusst von der Haltung Erika Steinbachs, der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, ab, die 1943 in dem polnischen, von den Deutschen besetzten Ort Rumia bei Gdynia geboren wurde. Im Gegensatz zu Köhler behauptet diese jedoch, in einer deutschen Stadt namens Rahme in der Provinz Westpreußen geboren zu sein. Als Bundespräsident erhob Köhler Einspruch gegen die Vermögensforderungen der Vertriebenenverbände gegenüber Polen. (fh)

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