Grenzzwischenfall auf der Ostsee

Gestern feuerten Grenzer von einem Patroillenboot der polnischen Küstenwache zwei grüne Signalraketen ab. Damit wollten sie nach eigenen Angaben den deutschen Ausflugsdampfer „Adler Dania“ zum Beidrehen auffordern. Der Zwischenfall ereignete sich in polnischen Hoheitsgewässern vor der Hafenstadt Swinemünde. Zuvor waren drei polnische Zöllner in Zivil auf die „Adler Dania“ gekommen und hatten dem Kapitän des Schiffes, Heinz Arendt (63), mitgeteilt, dass die unverzollten Zigaretten und Spirituosen beschlagnahmt seien. Daraufhin nahm der Kapitän Kurs auf deutsche Hoheitsgewässer.
Arendt und seine Crew bieten in internationalen Gewässern Tabakwaren und Spirituosen zollfrei, also zu besonders günstigen Preisen, an. Seit dem EU-Beitritt Polens sind sogenannte „Butterfahrten“ abgeschafft. Deshalb verstoßen die Fahrten der „Adler Dania“ nach polnischer Auffassung gegen geltendes EU-Recht. Der Fall sorgte auch deshalb in den Medien in Deutschland und Polen für Aufregung, weil der Kapitän des Schiffes behauptet, ein polnischer Grenzer habe aus einer Pistole „steuerbord vorne weg“ scharf geschossen. Die drei Zöllner in Zivil hätten sich nicht ausgewiesen. Deshalb habe er zunächst an einen Überfall geglaubt. Nun ermitteln die Staatsanwaltschaften in Polen und Deutschland.

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