Demokratie à la Giertych

Roman Giertych, polnischer Bildungsminister und Vorsitzender der national-konservativen „Liga Polnischer Familien“, macht der Tradition seiner Familie wieder einmal alle Ehre. Kurz nachdem sein Vater – der Europa-Abgeordnete Maciej Giertych – in dessen Broschüren (mit aufgedrucktem Parlamentslogo übrigens) antisemitische Hetze betrieben und sich über den vermeintlichen „Krieg der Zivilisationen“ ausgelassen hatte, schimpfte sein Sohn auf einem Treffen der EU-Bildungsminister in Heidelberg im Beisein seiner Kollegen über Länder, in denen die Abtreibung und Homosexualität erlaubt seien.Er verglich die Abtreibung mit legalisiertem Mord und meinte, dass Gesellschaften, welche die Abtreibung genehmigten und in denen „homosexuelle Propaganda immer jüngere Kinder erreiche“, keine Zukunft hätten.
Das muntere Treiben Roman Giertychs wurde nun sogar dem polnischen Premierminister (Jarosław Kaczyński) zu bunt: Er erteilte seinem Bildungsminister heute einen ordentlichen Rüffel. Trotzdem soll es für Giertych vorerst keine weiteren Konsequenzen geben. Kaczyński meinte, eine Amtsenthebeung komme nicht in Frage, da „die Schmerzensgrenze noch nicht erreicht“ sei.
Eine Entlassung Giertychs würde ein Scheitern der Regierungskoalition bedeuten. Giertychs „Liga Polnischer Familien“ (LPR) regiert zusammen mit der „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) und der „Selbstverteidigung“ (Samoobrona) das Land.

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