Zu Besuch im Gerhart-Hauptmann-Haus

Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf
Das Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf am Rande des Riesengebirges. Foto: Frank Hilbert

Heute steht eine kleine Museumstour auf dem Programm. Mit dem Auto geht es los Richtung Schreiberhau (Szklarska Poręba). Auf dem Weg dorthin fahren wir über Agnetendorf (Jagniąków), wo sich der Dramatiker und Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann 1912 ein Haus, die Villa Wiesenstein (Fotos vom Gerhart-Hauptmann-Haus), gebaut hatte.

Die Tür zur Villa ist verschlossen. Eine Frau, die im Garten Unkraut zupft, gibt uns den entscheidenden Tipp. Wir sollten klingeln. Tatsächlich. Rechts von der Tür befindet sich ein Klingelknopf, auf dem auf polnisch und deutsch deutlich zu lesen ist: Bitte klingeln! Ein Mitarbeiter des Museums öffnet uns die Tür. Karten brauchen wir nicht kaufen. Heute sei der Eintritt frei.

Fotografieren mit Hindernissen

Fotografieren, sagt der Mitarbeiter mit einem Blick auf die Kamera, die vor meinem Bauch baumelt, sei aber nicht gestattet. Wir stehen in der Paradieshalle, dessen Wände über und über mit Malereien bedeckt sind. Der Mitarbeiter kommt auf mich zu und erlaubt mir nun doch das Fotografieren. Aber nur in der Paradieshalle. In den anderen Räumen des Hauses sei das Fotografieren nach wie vor nicht erlaubt. Ich müsse das verstehen. Schließlich befinde sich dort die Originalurkunde des Nobelkomitees. Ich verstehe nicht. Auch nicht, dass ich nur zwei bis drei Fotos machen darf. Ich hole also das externe Blitzgerät aus meinem Rucksack und stelle die Belichtungszeit und die Blende an meiner Kamera manuell ein. Der Raum ist sehr dunkel. Nur keinen Fehler machen. Weitere Fotoversuche sind nicht gestattet. Nach dreimaligen Drücken des Auslösers geht der Mitarbeiter des Museums an mir vorbei und sagt, jetzt sei aber Schluss mit dem Fotografieren. Der Sinn der Anordnung erschließt sich mir immer noch nicht.
Während ich noch fleißig fotografiere, macht Barbara im umliegenden Park Bekanntschaft mit den einheimischen Katzen. Als ich in den Park komme, kleben bereits mindestens drei zufrieden schnurrende Miezen an ihren Waden.

Wir fahren weiter nach Schreiberhau zum Museum in der ul. Listopada 11, das zum Regionalmuseum in Hirschberg (Jelenia Gora) gehört. In dem Haus aus dem 19. Jahrhundert haben die Brüder Gerhart und Karl Hauptmann gewohnt, bis sich Gerhart Hauptmann das Haus in Agnetendorf gebaut hat. Im Museum sind einige Möbel aus dem Besitz der beiden Brüder ausgestellt. Zu sehen ist auch eine Sammlung schlesischer Gläser und sonst nicht viel. Meine Frau meckert ob so viel Einöde.
Fotografieren ist aber auch hier nicht erlaubt. Tja… (Text und Fotos: Hilbert)

Außerdem haben wir an diesem Tag unternommen:

  • Spaziergang durch Schreiberhau
  • Wanderung zum Zackelfall. Die Wanderung vom Stadtzentrum dauert auf dem rot markierten Wanderweg etwa 50 Minuten. Der Wasserfall ist rund 27 m hoch und fällt über drei Kaskaden. Touristen erhalten an der Kasse Schutzhelme und steigen anschließend in eine Schlucht hinab, die an beiden Seiten von hohen Granitwänden gesäumt ist. Am Ende der Schlucht fällt der Zackelfall über drei Kaskaden in die Tiefe.

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