Führung durch den Białowieźa Nationalpark

Nationalparksverwaltung Białowieźa
Verwaltungsgebäude des Białowieźa Nationalparks, in dem auch ein Museum zum Besuch einlädt. Foto: Frank Hilbert

Das PTTK-Gebäude in Białowieźa ist der Startpunkt für die Führungen durch den Białowieźa Nationalpark. Dorthin sind wir heute früh gegangen und hatten Glück. Wir konnten uns einer holländischen Touristengruppe mit einem deutschsprachigen Führer anschließen. Es ging am Jagdhaus vorbei, über Felder zum Eingang des Nationalparks, den ein hohes Holztor markiert. Es war – wie an den letzten Tagen – drückend heiß. Kaum aber hatten wir den Urwald betreten, wurde es angenehm kühl. Der Wald, eine riesige Klimaanlage.

Unterwegs mit dem früheren Direktors des Nationalparks

Die Führung dauerte etwa zwei Stunden. In Białowieźa greifen die Menschen nicht in die Natur ein. Der Wald ist deshalb sehr dicht. Riesige Eichen stehen hier. Ihre Stämme sind nicht so verknöchert, wie man sie von freistehenden Eichen kennt. Sie sind gerade gewachsen und nur ganz oben entwickeln sie ein Ästegewirr. „Ganz klar“, meinte unser Führer. Blätter seien für die Photosynthese verantwortlich. Und dafür bräuchten Sie Licht. Also wachsen sie hier nur ganz oben. Zwischen der wuchernden Fauna liegen umgestürzte Eichen. Mehrere Meter hoch sind ihre flachen Wurzelteller, die nun senkrecht stehen. An vielen Beispielen erklärt uns unser deutschsprachige Führer die verschiedenen Stadien des Verfalls toter Bäume. Er zieht Vergleiche, erzählt von Besuchen in einem Urwald in Kanada und von Nationalparks in den USA. Er erzählt so interessant, dass sich sogar die Kinder während der zwei Stunden dauernden Wanderung nicht langweilen. Ich schaue auf das Namensschild an seiner Bluse. Er heißt Czesław Okołów. Kein Wunder also, dass er so viel weiß. Okołów war bis 2003 Direktor des Nationalparks. (fh)

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