Polen – Fotografieren verboten

Schild Fotografieren verboten
Fotografieren verboten in der Dreifaltigkeitskirche in Lublin. Foto: Hilbert

In polnischen Museen ist das Fotografieren oft nur gegen die Entrichtung eines Obolus erlaubt, der auf die Eintrittskarte aufgeschlagen wird. In anderen Museen – und auch in einigen Kirchen – sind Aufnahmen mit dem Fotoapparat oder der Videokamera dagegen nicht gestattet. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Museen das Verbot jedoch aufgehoben, zum Beispiel das Rechtstädtische Rathaus in Danzig.

Im Artushof gleich nebenan ist das Fotografieren mit Blitzlicht nicht erlaubt. Wird doch einmal ein Blitz ausgelöst, kommt sofort eine Museumsmitarbeiterin oder ein -mitarbeiter angelaufen und weist den Besucher auf seinen Fehler hin. Im Dom von Oliva hängt am Eingang noch ein Schild mit einem durchgestrichenen Fotoapparat. Jedoch beachtet kein Tourist das Verbotsschild und die Kirchenmitarbeiter haben den Kampf gegen tausende von Fotoapparaten längst aufgegeben. Vielleicht hat sich aber auch herumgesprochen, dass Touristen, die hunderte oder sogar tausende Kilometer weit angereist sind, Erinnerungen in Form von Bildern und Videoaufnahmen mit nach Hause bringen und Freunden zeigen wollen. Zudem sind Erinnerungsfotos kostenlose Werbung für die Museen und locken wiederum neue Besucher an.

Blitzlichtverbot zum Schutz der wertvollen Wandmalereien und Urheberrecht

Zu dieser Erkenntnis sind die Museen im Osten und Südosten von Polen noch nicht gelangt. Nałeczów gehört genauso wie der Lubliner Dom dazu. Seltsamerweise ist das Fotografieren im Museum von Zamość im architektonisch interessanteren Parterre erlaubt, in den oberen Stockwerken dagegen nicht. Im Museum im Lubliner Schloss kann man an der Museumskasse eine Fotokarte erwerben, die aber nicht für die Schlosskapelle mit ihren ruthenisch-byzantinischen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert gültig ist. Fotografieren ist auch hier verboten. Angestellte des Museums verweisen darauf, dass das Blitzlichtgewitter den wertvollen Wandmalereien auf die Dauer schade.  Dann wäre das Fotografieren ohne Blitz – wie im Danziger Artushof – doch möglich? Im einzigartigen barocken Zamoyski-Schloss in Kozłówka mit seiner fast vollständig erhaltenen Inneneinrichtung ist das Fotografieren ebenfalls nicht gestattet, wie ein polnischer Familienvater an der Museumskasse enttäuscht feststellen musste: „Jetzt zahle ich so viel Geld für den Eintritt und darf noch nicht einmal ein Foto schießen.“
Es gibt sicherlich viele Museen die das Fotografieren nicht erlauben, weil sie mit dem Verkauf von Postkarten, Bildbänden und Informationsheften Geld verdienen wollen und müssen.
Es gibt noch andere Gründe. Viele Museen haben in ihren Ausstellungsräumen Exponate, die urheberrechtlich geschützt sind. Das Fotografieren und veröffentlichen der Fotos von den Exponaten würde also das Urheberrecht der Künstler verletzen.
Grundsätzlich gilt in Polen – genauso wie in Deutschland – das „Panoramarecht“, dass das Fotografieren von Gebäuden von öffentlichen Räumen aus gestattet. (fh)

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