Big Bang um 9:30 Uhr

Punkt 9:30 Uhr beginnt heute eines der wohl spektakulärsten Experimente der Menschheitsgeschichte: In einem fast 30 km langen Teilchenbeschleuniger (dem LHC – der bisher größten Maschine, die der Mensch je gebaut hat) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf sollen Protonenbündel nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und dann aufeinander prallen. Mit dem Aufprall der Atomteilchen werden – 100 Meter tief unter der Erde – Bedingungen nachgeahmt, die vor ca. 14 Milliarden zum Urknall geführt haben. Wissenschaftler hoffen, aus dem Versuch wertvolle Rückschlüsse und Informationen über die Entstehung des Weltalls und über den Aufbau der Materie zu gewinnen.

Das Experiment löst nicht nur Begeisterung aus. Es kursieren zahlreiche Gerüchte, wonach es die Existenz der Welt bedrohen solle. Bei der Teilchenkollision könnten kleine Schwarzer Löcher entstehen, die die Materie (und damit uns alle mitsamt dem Universum) verschlucken könnten. Die Forscher am CERN widersprechen solchen Vorwürfen: Man wisse noch gar nicht, ob bei dem Experiment Schwarze Löcher überhaupt entstünden, und wenn ja, dann würden diese sofort wieder zerfallen.

Ich schaue gerade auf die Uhr: Es ist 9:45 Uhr. Ich habe (noch) nicht das Gefühl, von etwas aufgesogen oder in eine Parallelwelt geschleudert worden zu sein. Schade eigentlich, es wäre mit Sicherheit eine interessante Erfahrung. (bw)

Informationen aus erster Hand unter: http://public.web.cern.ch/public/

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