Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa

Mauerfragment von der Danziger Leninwerft
Das Stück Mauer der Lenin-Werft in Danzig ist ein Geschenk des polnischen Sejm. Rechts steht das Paul-Löbe-Haus, in dem die Bundestagsabgeordneten ihre Büros haben. Foto: Frank Hilbert

Auf dem Weg von Kiel nach Bromberg (Bydgoszcz) in Polen hatte ich drei Stunden Aufenthalt am Berliner Hauptbahnhof. Ich habe die Zeit für einen Spaziergang genutzt und einen Teil einer Ziegelmauer entdeckt, die an einer Ecke des Bundestagsgebäudes (früher Reichstag) steht. Nicht schick, die Ziegelsteine sind verwittert und einige mit Farbe beschmiert. Teil des Reichstagsgebäudes ist sie nicht. Ich bin neugierig geworden und lese mir die Informationstafel durch, die in der oberen rechten Ecke des Mauerfragments angebracht ist und bin überrascht. Die Mauer ist ein Geschenk des polnischen Parlaments, des Sejm, an den deutschen Bundestag und erinnert an die Gründung der polnischen Gewerkschaft Solidarität (Solidarność) im August 1980 in Danzig (Gdańsk).  

Über die Mauer auf das Gelände des Danziger Lenin-Werft kletterte der Elektiker und Arbeiterführer Lech Wałesa 1980, um zu seinen streikenden Kollegen zu gelangen. Zuvor waren er und die Kranführerin Anna Walentanowicz von der Werftleitung wegen ihrer oppositionellen Tätigkeit entlassen worden. Die Arbeiter forderten deren Wiedereinstellung und Lohnerhöhungen. Im ganzen Land kam es zu Streiks.

Am 16. August 1980 beugte sich die kommunistische Führung und es kam zur Gründung der Gewerkschaft Solidarität.  (fh)

Inschrift der Gedenktafel:

„Zur Erinnerung an den Kampf der „Solidarność“ für Freiheit und Demokratie und den Beitrag Polens zur Wiedervereinigung Deutschlands und für ein politisch geeintes Europa.“

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