Auf dem Weg nach Wilna (Vilnius), Litauens Hauptstadt

Bild im Haus der Grenzlandstiftung in Sejny
Haus der Grenzlandstiftung in Sejny. Foto: Frank Hilbert

Heute machen wir von Mragowo auf den Weg nach Wilna  (Vilnius). Bevor wir über die Grenze nach Litauen fahren, legen wir einen kurzen Zwischenstopp in Sejny ein. Allein die Autofahrt von Augustów nach Sejny ist ein Erlebnis. Dichte Wälder und kleine Ortschaften mit Holzhäusern fliegen am Fenster vorbei. Den Ort Sejny dominiert das Dominikanerkloster aus dem 17. Jahrhundert mit einer Mariä-Heimsuchungs-Kirche, deren wuchtige Ausmaße im krassen Gegensatz zur kleinen Ortschaft stehen. Die Kirche ist ein Pilgerort. An Feiertagen kommen hunderte Gläubige nach Sejny, um die aus Lindenholz geschnitzte Madonna („Muttergottes von Sejny“) zu besichtigen, die in einer Seitenkapelle steht. 1975 hatte der damalige Krakauer Bischof Karoł Wojtyla die Madonna gekrönt. Hinter der Kirche erstrecken sich die Klostergebäude, die gerade restauriert werden.

Blickfang im Zentrum von Sejny ist die restaurierte „Weiße Synagoge“. Ihre Einrichtung wurde während des II. Weltkrieges von den Deutschen zerstrört und die jüdische Bevölkerung vertrieben. Das Innere des jüdischen Gotteshauses ist nur schummrig beleuchtet. Eine Ausstellung über den Schriftsteller Czesław Miłosz ist gerade zu sehen. Zwischen den Schautafeln schlendern Schüler, die ein wenig desinteressiert und gelangweilt den Ausführungen ihrer Lehrerin folgen. Über das jüdische Leben erfahren wir mehr in einer Ausstellung in der ehemaligen Talmudschule, die neben der Synagoge steht – gleich gegenüber vom Haupteingang.

Theresienkirche in Wilna (Vilnius)
Blick vom Tor der Morgenröte auf die Theresienkirche in Wilna (Vilnius). Foto: Frank Hilbert

Wir verlassen Sejny und machen uns auf den Weg zur litauischen Grenze, die wir am Grenzübergang Ogroniki/Kalvarija überqueren. In unserem polnischen Reiseführer haben wir gelesen, dass die Straßen von den Grenzübergängen nach Vilnius sehr gut ausgebaut sind. Davon können wir uns jetzt überzeugen. Wir fahren auf einer breiten Teerstraße durch eine menschenleere Landschaft, in der kleine Felder von ausgedehnten, alten Wäldern abgelöst werden. Nach einigen Stunden erreichen wir die litauische Hauptstadt. Unvermittelt sind wir in der Großstadt. Anders als in Deutschland gibt es hier keinen Speckgürtel und ausgedehnte Industriegebiete, die die Großstadt schon lange vor erreichen ankündigen.

Als wir in der Innenstadt ankommen, beginnt die Suche nach einem Hotel. Die meisten sind ausgebucht. Das Doppelzimmer in einem Drei-Sterne-Hotel kostet pro Nacht etwa 120 Euro. Am Ende fahren wir in das „Polnische Haus“, das nur 15 Minuten zu Fuß von der historischen Altstadt entfernt ist. Dann das übliche Prozedere: einchecken, Auto auf dem Hotelparkplatz abstellen, Koffer in unserer Zimmer tragen und entspannen. Am Abend gehen wir in die Innenstadt und schlendern zum „Tor der Morgenröte“. Das riesige Glasfenster über dem Tor ist geöffnet und macht den Blick frei auf die Schwarze Madonna, das Ziel unzähliger Pilger aus Polen. (fh)

3 Gedanken zu „Auf dem Weg nach Wilna (Vilnius), Litauens Hauptstadt“

  1. Hallo, 40 bis 80 Euro für eine Übernachtung im Zentrum von Vilnius in der Hauptsaison sind noch preiswert. Vor einem Jahr lagen die Übernachtungspreise für ein Zweibettzimmer zwischen 100 und 120 Euro. Im Hotel, das zum Haus der Polnischen Kultur gehört, haben wir ein Zweibettzimmer für rund 35 Euro bekommen. Vom Hotel ist das Zentrum in 20 Minuten zu erreichen. MfG Frank Hilbert

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