Polen beißen (deutsche Kinder) nicht!

Polnischer Grenzpfahl
Polnischer Grenzpfahl in Słubice. Nur 500 m von hier entfernt befindet sich ein sogenannter Polenmarkt. Foto: Frank Hilbert

Der Gedanke an den 21. Dezember raubt vielen Deutschen, die an der Grenze zu Polen leben, den Schlaf. Einen Monat vor dem Wegfall der Kontrollen an der Grenze zu Polen steigt in Brandenburg und Sachsen Panik vor polnischen Kriminellen auf, die nun ungehindert nach Deutschland einströmen würden. „Alarmsysteme verkaufen sich in Frankfurt an der Oder wie warme Semmeln“, schreibt die polnische Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“. Besorgte deutsche Eltern erklärten gegenüber von Journalisten, sie würden vorsichtshalber eine Zeitlang ihre Kinder nicht mehr aus dem Haus lassen.

Tag für Tag rollen Kolonnen deutscher Autos über die deutsch-polnische Grenze. Wohin führt die Reise? Meistens zur nächsten polnischen Tankstelle, zum nächsten Supermarkt, Zigarettenstand oder Friseur. Helga, Helmut und Hans-Georg ziehen die Köpfe ein, blicken misstrauisch nach links und rechts und zucken zusammen, wenn es einem der Eingeborenen doch tatsächlich einfallen sollte, sie auf Polnisch anzusprechen. (Man spreche schließlich auch auf Mallorca Deutsch.) Günstig und möglichst schnell bevorratet geht es noch schneller wieder in die Heimat – die meist nur wenige Kilometer hinter der Grenze liegt. Nicht eine Minute länger in einem Land bleiben, in dem hinter Swinoujscie, Slubice oder Zgorzelec nur noch die Steppe wartet – voller Wilder, Diebe und anderer Krimineller, die auf unschuldige deutsche Kinder lauern.

Sächsische Regierung beruhigt die Bürger

Die sächsische Regierung scheint die Sorgen ihrer aufgebrachten Bürger ernst zu nehmen und möchte nun zwei Millionen Flugblätter drucken lassen, die die Bevölkerung besänftigen und ihr wieder ruhige Nächte bescheren sollen. Vielleicht wäre sie besser beraten, ihren Bürgern einige Kurse in polnischer Landeskunde oder die eine oder andere Studienreise in das polnische Hinterland zu spendieren. Leider eine Utopie in Anbetracht leerer Staatskassen.

Wussten Sie eigentlich, dass über zwei Millionen Polen in Deutschland leben und fast 9.500 polnische Firmen in deutschen Handelsregistern eingetragen sind? Vielleicht sieht man deshalb so wenige deutsche Kinder draußen spielen. (fh)

3 Gedanken zu „Polen beißen (deutsche Kinder) nicht!“

  1. Echt Schämen sollten sich die so etwas sagen aber ich glaube es nicht die Medien brachen mal wieder etwas Thema ich war sehr oft in Polen und kann nur sagen das es an vielen ecken viel sicherer ist als auf unseren Straßen . Echter Müll was dort geschrieben wird ! Man sollte sich Schämen als Deutscher

  2. Es ist unmöglich und beschämend, wie manche (deutsche) Bürger sich ausländischen und im Besonderen polnischen Mitbügern gegenüber benehmen und sich über sie äußern. Ich muß das im eigenen Kollegenkreis in Österreich täglich erleben.
    Studierte Polen dürfen dort freundlciherweise Hilfsarbeiten ausführen und werden dann noch mit Worten wie: „… das ist Deine Zukunft…“ – natürlich im nachgeäfften Dialekt – bedacht. Es ist unerträglich!!!

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