Russischer Abschlussbericht zum Flugzeugabsturz bei Smolensk

Russische Soldaten marschieren
Russische Soldaten marschiren vor dem Flugzeug, das die sterblichen Überreste der Opfer des Flugzeugabsturzes von Smolens nach Polen überführen wird. Foto: prezydent.pl

Heute Vormittag übergab die russische Luftfahrtsbehörde an Polen den Abschlussbericht zum Absturz der polnischen Präsidentenmaschine vom 10. April 2010.

Psychischen Druck auf die Besatzung ausgeübt

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Tower auf dem Flughafen im westrussischen Smolensk wegen schlechten Wetters keine Landeerlaubnis für die Piloten des Flugzeugs etreilt und einen Ausweichlandeplatz vorgeschlagen habe. Die Leiterin des internationalen Luftfahrtamts MAK, Tatjana Anodina, unterstrich, dass die Besatzung der Präsidentenmaschine auf die in Smolensk herrschenden Wetterverhältnisse unzureichend vorbereitet gewesen sei. Darüber hinaus belegten die Tonaufzeichnungen, dass sowohl der Protokollchef der polnischen Regierung wie auch der leicht alkoholisierte Kommandeur der polnischen Luftstreitkräfte, Andrzej Blasik (Man habe bei der Obduktion 0,6 Promille Alkohol in seinem Blut nachgewiesen.), im Cockpit der Präsidentenmaschine psychischen Druck auf die Besatzung ausgeübt hätten, trotz schlechten Wetters eine Landung auszufrühren. Nach Angaben der Anodina habe sich die gesamte Besatzung im Zustand erhöhter emotionaler und psychologischer Anspannung befunden und eine negative Reaktion des „Ersten Passagiers“ befürchtet im Falle einer abgebrochenen Landung haben soll.

Bei dem Absturz der Präsidentenmaschine am 10. April 2010 waren alle 96 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Unter den Verunglückten befand sich auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczyński. Der Präsident und die anderen Passagiere wollten an den Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages des Massakers von Katyn teilnehmen. 1940 hatte der sowjetische Geheimdienst tausende polnische Offiziere ermordert und in einem Wald in der Nähe des Dorfes Katyn verscharrt. (fh)

Weitere Informationen über den Absturz in Smolensk:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*