Heute vor 70 Jahren haben Mordechaj Anielewicz, einer der Anführer des Aufstands im Warschauer Ghetto, und über 50 Mitglieder des Stabs der Jüdischen Kampforganisation in einem von SS-Verbänden umzingelten Bunker in der
Miła-Straße 18 Selbstmord begangen.
Vor 70 Jahren: Aufstand im Warschauer Ghetto
Vor genau 70 Jahren, am 19. April 1943, begann der Aufstand der Juden im Ghetto von Warschau gegen ihre übermächtigen deutschen Peiniger. Er dauerte bis zum 16. Mai 1943. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands meldete SS-Brigadeführer Jürgen Stroop nach Berlin: “Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr”. Rund 60.000 Menschen wurden getötet. Die Überlebenden, denen es nicht gelang, über die Kanalisation das Ghetto zu verlassen, wurden in Vernichtungslager deportiert.
Heute wird in ganz Polen des Aufstands vor 70 Jahren gedacht. An der zentralen Veranstaltung in Warschau nehmen der polnische Staatspräsident Komorowski und zahlreiche Gäste aus dem Ausland teil. Ebenfalls in Warschau wird heute das neu errichtete Museum der Geschichte Polnischer Juden eröffnet.
Eure Mütter, eure Väter
Was sich als leichtes Unbehagen angebahnt hatte, verwandelte sich bereits nach wenigen Minuten in tiefe Verärgerung. Im dritten Teil des ZDF-Spielfilms „Unsere Mütter, unsere Väter“ überfallen Partisanen der polnischen Heimatarmee einen von deutschen Soldaten eskortierten Güterzug. Waffen werden erbeutet, die in den Viehwaggons zusammengepferchten KZ-Häftlinge jedoch ihrem Schicksal überlassen. „Stinkende Juden“, entschlüpft des dem Mund des Anführers der polnischen Partisanen. Nur ein (deutscher) Jude aus der Partisanengruppe riskiert für die Befreiung der Gefangenen sein Leben und erntet dafür von seinen polnischen Kameraden, die ihn als Juden ihre Verachtung spüren lassen, teils Hohngelächter und teils beschämte Blicke. Der (deutsche) Zuschauer hat keine Zweifel (mehr): Polen sind verbissene Antisemiten und für den Holocaust verantwortlich. Weiterlesen
Warschau 1935
Nicht umsonst trug Warschau vor dem Zweiten Weltkrieg den Beinamen “Paris des Ostens”. Bis zu seiner Zerstörung durch die Deutschen galt die Hauptstadt Polens als eine der schönsten Städte Europas. Eine Hommage an das Vorkriegs-Warschau ist der Animationsfilm “Warszawa 1935″, der seit dem 15. März in den polnischen Kinos läuft. Weiterlesen
Lublin 2.0 auf der CeBIT 2013 in Hannover
In der Zeit vom 5. bis zum 9. März 2013 wird das Kulturzentrum “Brama Grodzka – Teatr N.N.” aus Lublin das Projekt “Lublin 2.0″ präsentieren. Vorgestellt werden Produkte von Informatikfirmen aus der Lubliner Region. Gezeigt wird auch ein besondere Installation, die den Besuchern mithilfe der 3-D-Technologie eine Zeitreise in das Lublin des 16. Jahrhunderts erlaubt. Weiterlesen
Der deutsche Traum – ohne Fachkräfte aus Polen?
Die neuen Gastarbeiter in Deutschland, das sind laut aktueller Spiegel-Ausgabe unter anderem die griechische Ärztin Alexandra, die spanische Marketing-Managerin Carolina und die Biologin Emilia aus Rumänien. Zwar kamen die meisten Arbeitsuchenden – nach einer Grafik im Spiegel – aus Polen (147.000 von insgesamt 500.000 Zuwanderern), jedoch ist ein persönliches, positives Beispiel eines qualifizierten jungen Polen in dem Artikel vergeblich zu suchen. Dafür sticht dem Leser nur wenige Seiten weiter die „Polen-Connection“ im Zusammenhang mit dem neuesten Pferdefleischskandal in die Augen.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Tagtäglich übersetze ich Hochschuldiplome und Arbeitszeugnisse bestens ausgebildeter junger Menschen aus Polen, die sich eine bessere Zukunft in Deutschland erhoffen und kann euch, liebe Spiegel-Redakteure, nur sagen: Die Zeiten, als die polnische Herkunft automatisch mit Putz- und Pflegediensten im halbseidenen Niedriglohnsektor assoziiert wurde, sind endgültig passé! (bw)
Ein müder Papst
Am 11. Februar 2013 gab Papst Benedikt XVI. den Verzicht auf sein Amt mit Wirkung zum 28. Februar 2013 bekannt. “Bei unserem Papst wäre eine so kopfgesteuerte Entscheidung unvorstellbar”, lese ich in einer polnischen Zeitung. Kritik, die Josef Ratzinger meiner Meinung nach nicht verdient hat. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf dem Stuhl Petri, Johannes Paul II., hat Benedikt XVI. nie den Anspruch erhoben, eine Medienpersönlichkeit zu sein. Er ist ein leiser, ruhiger Denker, der im Menschenbad immer ein wenig unbeholfen wirkte. Ein sympathischer, beschiedener Mensch, der sich der Bürde seines Amtes bewusst ist und der dem Amt ein menschliches Antlitz verliehen hat. Er verdient unseren Respekt.
Lebensabend in schimmeligen vier Wänden
Marian Wantoła (86), einer der größten polnischen Trickfilmzeichner (bekannt u.a für die Kinderfilme “Bolek und Lolek” und “Reksio”, an denen sich bereits die zweite Generationen junger Polen erfreut), lebt in seiner Wohnung in Bielsko-Biała unter erbärmlichen Bedingungen: ohne Heizung, fließend Wasser und mit Schimmel an den Wänden. Eine Reportage über den Nestor der polnischen Filmanimation könnt ihr euch unter youtu.be/7UVuegw6uOU anschauen. Mittelweile ist im Internet eine groß angeletge Spendenaktion zugungsten von Herrn Wantoła gestartet.
Premiere eines Theaterstücks über das Leben von Danuta Wałęsa
In Danzig fand gestern die Premiere eines Theaterstücks statt, das auf der Autobiografie von Danuta Wałęsa, der Ehefrau des polnischen Friedensnobelpreisträgers und einstigen Arbeiterführers Lech Wałęsa, basiert. Das Erscheinen des Buches war in Polen eine kleine Sensation, denn seine Autorin behandelt darin nicht etwa die Geschichte der polnischen Demokratiebewegung, sondern die Einsamkeit im Schatten ihres berühmten Mannes. Die Rolle der Danuta Wałęsa spielt Krystyna Janda, ein Star der polnischen Film- und Theaterkunst. Das Drama beginnt mit der Aufzählung der Namen und Geburtstage der acht Kinder der Wałęsas, deren richtige Reihenfolge der Darstellerin einige Mühe bereitete. Zweimal verhaspelte sich Janda und unterbrach ihren Monolog für einige Minuten, um sich beim Publikum für ihre „Aufgeregtheit“ zu entschuldigen. Lech Wałęsa, der neben seiner nun nicht minder berühmten Frau im Zuschauerraum saß, kommentierte den Patzer der Schauspielerin laut mit folgenden Worten: „Ach, machen Sie sich doch nichts daraus, ich bringe es auch immer durcheinander!“
Deutsch-polnische Grenze wird neu vermessen
Mehr als 30 Jahre liegt die letzte Vermessung der deutsch-polnischen Staaten-Trennlinie zurück. Auch wenn seit Polens Schengen-Beitritt Paßkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze abgeschafft worden sind, spielt der genaue Grenzverlauf, insbesondere wenn es um territoriale Zuständigkeiten geht, nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Grenzvermessung, die mithilfe satellitengestützter Vermessungstechniken durchgeführt werden soll, ist für das Jahr 2014 geplant. Dabei werden auf auch alle altersschwachen Grenzmarkierungssäulen und Grenzsteine auf der deutschen Seite ausgetauscht.